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Zahnarztpraxis

Jens Lehrke
Dr. Martha Kronschnabel
Anja Ding

Reuterstr. 89
12053 Berlin

Tel.: 0 30 623 81 89
Fax: 0 30 623 93 15
eMail: praxis@jenslehrke.de


BEHANDLUNGSZEITEN
Mo, Mi, Fr 8 - 19 Uhr
Di, Do 8 - 21 Uhr
Samstag nur nach Vereinbarung
Anmeldung erforderlich

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bei den Behandlungszeiten

Bericht über unsere Arbeit im Cabinet Dentaire im Hôpital Bethesda in Agou / Togo in West-Afrika im Einsatz für den Verein zur Unterstützung der zahnmedizinischen Versorgung in Ländern der Dritten Welt e.V. vom 16.April bis 02. Mai 2009

Nach 6-stündiger Verspätung des Abfluges in Paris kamen wir erst in der Nacht in Lomé, der Hauptstadt Togos an. Wir hatten dummerweise keine Telefonnummer von Dieter, dem Kollegen der uns für unsere Tätigkeit in Togo präparieren möchte parat, um unsere Verspätung anzukündigen. So bereiten uns Elisabeth, seine Frau und Dieter trotz langer Wartezeit einen herzlichen Empfang am Flughafen. Es tat gut, vertraute Gesichter nach 24 h Reise zu sehen. Wir fallen gleich nach Ankunft im Seemannsheim ins Bett.

Am Folgetag zeigt Dieter uns Lomé und erzählt viel aus der Klinik. Abends kommt Inkari, eine finnische Zahnärztin, die bis heute im Cabinet Dentaire in Agou gearbeitet hat. Von ihr erhalten wir aktuelle Informationen aus der Praxis. Sie kündigt uns für den Beginn der Woche ein paar Problem-Patienten an, die dann alle nicht kommen werden. Von ihr erfahren wir, dass der Kompressor zum Schluss nicht mehr gearbeitet hätte und damit der Motor der Dental-Einheit nicht mehr liefe und dass der Steri defekt sei.

Sonntag fahren wir zusammen mit Dieter und Anni, der Assistentin der Praxis, die das Wochenende bei ihrer Familiein Lomé war, nach Agou. Es sind ca. 120km Fahrt mit zum Teil katastophalen Straßenverhältnissen ins Landesinnere. Wir fühlen uns gleich wohl mit Anni. Sie lacht viel und zeigt uns während der zweistündigen Fahrt im Krankenhaus-Vito allerlei und Baobap-Bäume am Wegesrand.

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Im Krankenhaus angekommen, beziehen wir die große ehemalige Direktorenwohnung, die unsere Erwartungen an die Unterbringung bei weitem übertrifft. Auf dem großen Balkon sitzen wir abends oft und lesen mit Blick auf die Berge von Ghana. Neben dem großen Wohnbereich, mit einem Gästebett, gibt es ein Schlafzimmer mit Moskitonetz und 2 kleine Badezimmer und eine Küche. Vom Schlafzimmerfenster schauen wir beim Aufstehen früh morgens vis-à-vis zum Cabinet Dentaire, ob schon Patienten davor sitzen, was oft der Fall ist.

Als nächstes zeigt Dieter uns das gut aufgeräumte und ausgestattete Cabinet Dentaire. Wir installieren zusammen den neuen Chirurgiemotor, der auch als Ersatz für den Motor der Einheit dienen kann. Der Kompressor funktioniert die ganze Zeit zuverlässig, nur der Hauptschalter an der Einheit hat einen Defekt, den wir aber reparieren können, so dass auch der Motor der Einheit zuverlässig läuft. Der Steri ist defekt. Während unserer Arbeitszeit müssen unsere Instrumente im großen Krankenhaussteri sterilisiert werden, der nicht nur wegen unseren paar Instrumenten angeworfen werden kann, weshalb wir manchmal auf die Instrumente warten müssen. Glücklicherweise ist das Cabinet üppig mit Instrumenten ausgestattet.
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Am Montag wird es ernst. Während wir mit Dieter bei Charlotte, der Krankenhausköchin frühstücken, warten schon einige Patienten auf die Behandlung. Wir ziehen die ersten Zähne und gliedern von uns mit großer Skepsis betrachteten klammerlose Kunststoffprothesen ein. Dieter steht am ersten Tag im Hintergrund für etwaige Probleme zur Verfügung. Wir schaffen es ihn zu überreden erst am Dienstag morgens nach Lomé und Deutschland aufzubrechen und uns am Abend noch Kpalimé, die nächste Stadt zu zeigen. Obwohl wir uns erst kurz kennen, vermissen wir ihn gleich sehr.

Frank, der Zahntechniker aus Lomé, leistet gute Arbeit. Er bleibt die ganze Woche bei uns, weshalb wir sehr effektiv prothetisch arbeiten können. Wir sind wirklich überrascht, wie gut die Prothesen auch ohne Klammern halten und sind auch mit den ästhetischen Ergebnissen sehr zufrieden. Wir wechseln uns beim Arbeiten und Assistieren ab, so dass Anni sich auf die administrativen Aufgaben konzentrieren kann, außerdem dolmetscht sie und handelt die Preise für die Behandlungen mit den Patienten aus. Sie ist immer eine kompetente Unterstützung.

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Leider liegt der Schwerpunkt der Arbeit beim Extrahieren, was uns manchmal in der Seele schmerzt, aber die Patienten erwarten sichere Schmerzbeseitigung und können ja auch nicht zu mehrfachen Nachbehandlungen wiederkommen. Aber wir können auch einige Zähne mit Füllungen retten. Da die Mehrfunktionsspritze der Dentaleinheit nie trockene Luft liefert, vermeiden wir wenn möglich das Legen von Kunststoff-Füllungen und versorgen lieber mit Amalgam. Das Schleifen mit Wasserkühlung aus der Helferinnen-Mehrfunktionsspritze ist mühsam und feucht für Patient und Behandlerhose, auch weil die Absauganlage sehr wenig Saugleistung hat. Wir haben insgesamt ca. 30 Füllungen gelegt, 60 Extraktionen, 5 operative Zahnentfernungen und eine Wurzelfüllung mit Wurzelspitzenresektion durchgeführt. Für das chirurgische Arbeiten ist es sehr beruhigend ein gutes Panorama-Röntgengerät benutzen zu können. Außerdem haben wir ca. 30 Prothesen eingegliedert und einige Prophylaxemaßnahmen vorgenommen. Wir haben massive Abnutzungen der Kauflächen und Seitenflächen gesehen, wie wir sie aus Berlin nicht kannten. Auch extreme Kiefer- und Zahnfehlstellungen stellen manchmal besondere Schwierigkeiten in der Behandlung dar.

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Wir hatten geplant, einen Tag im Zentralgefängnis von Lomé zu behandeln. Das hat nicht geklappt, weil wir kurzfristig keine Autorisation bekommen haben. Der Direktor vom Hôpital Bethesda schien auch nicht so begeistert zu sein, dass wir einen Tag nicht im Krankenhaus arbeiten wollten, da unsere Anwesenheit ja in Rundfunk und Presse für Agou angekündigt waren.

Am 27. April wurde der 59. Unabhängigkeitstag Togos gefeiert und wir waren zusammen mit dem stellvertretenden Krankenhausdirektor samt Frau und Anni auf die Ehrentribüne eingeladen, um dem Defilé von hunderten von Schülern in kakifarbenden Uniformen und einigen bunten Gruppen von verschiedenen lokalen Organisationen und Vereinen beizuwohnen. Es war ein tolles Erlebnis.
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Ein paar Tage später am 1. Mai folgte das nächste Fest: Fète de Travailleur. Wir wurden in das ausgelassene Klinikfest mit Tanz, Gesang, Spielen herzlich einbezogen und hatten großen Spaß.

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Am 2. Mai sind wir mit Charlotte, die uns in den 2 Wochen 3x täglich wunderbar verköstigt hat, Anni und Innocent, dem Fahrer und seiner Frau nach Lomé gefahren und dort über den großen Markt gelaufen. Martha hat sich in den letzten Stunden unseres Togo-Aufenthalts noch den Magen verengt, so dass der Rückflug für sie eine Katastrophe war.

Wir sind begeistert von unserem Aufenthalt in Agou, ganz besonders von Anni, die bei Abwesenheit von Zahnärzten im Hospital die Schmerzbehandlung erledigt, von den netten Menschen, die sich um uns im Krankenhaus gekümmert haben und die wir im Dorf kennengelernt haben, trotz unserer schlechten Sprachkenntnisse, aber das muss geändert werden, für unseren nächsten Einsatz im Hôpital Bethesda.
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Anni, Charlotte, Franck, Martha und Jens

Martha Kronschnabel und Jens Lehrke