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Zahnarztpraxis

Jens Lehrke
Dr. Martha Kronschnabel
Anja Ding

Reuterstr. 89
12053 Berlin

Tel.: 0 30 623 81 89
Fax: 0 30 623 93 15
eMail: praxis@jenslehrke.de


BEHANDLUNGSZEITEN
Mo, Mi, Fr 8 - 19 Uhr
Di, Do 8 - 21 Uhr
Samstag nur nach Vereinbarung
Anmeldung erforderlich

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bei den Behandlungszeiten

Bericht Aufenthalt in Togo 2011 vom 14.10. bis 28.10.2011 von Martha Kronschnabel und Jens Lehrke

Wir haben beide das Freigepäck von 46 kg ausgenutzt, da wir viele Materialien und Instrumente für unseren diesjährigen Einsatz im Hôpital Bethesda dabei haben. Die Zollbeamten lassen uns mit kurzer Erklärung passieren, ohne die Hand auf zu halten.

Die erste Nacht verbringen wir im Seemannsheim in Lomé. Wir lernen Daniel und Julia Benicke kennen, die das Seemannsheim leiten. Sie borgen uns das Buch:“ Fufu ist keine Götterspeise“ von Dieter Jacobi, sollte man lesen, um die Situation vom Hôpital Bethesda zu verstehen, denn es hat sich seit dem wenig geändert. Am Samstagmorgen brechen wir nach Agou auf.

Wir fahren so ca. 2,5 h zum Hôpital Bethesda, nicht schwer zu finden, wenn Lomé verlassen ist. Kaufen unterwegs ein bisschen ein. Man rechnet mit uns erst Sonntag, deshalb sind wir vom ersten Empfang enttäuscht. Aber die Betten sind schnell bezogen und irgendwann trudelt auch Charlotte, die Küchenfee ein, die uns wirklich herzlich begrüßt.

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Am Montag geht es endlich los. Es kommen gleich die heftigsten Fälle der ganzen 2 Wochen. Ein 11-jähriges Mädchen, das seit 18 Monaten Beschwerden links oben hatte, wegen einer Knochennekrose von 25 bis 27, die den gesamten alveolären Knochen befallen hatte, 2 schöne tief retinierte und verlagerte 8er und eine Frau aus Ghana, die uns ihren Elefantenfuß zeigen möchte, der sie seit einer kleinen Schnittverletzung vor 12 Jahren begleitet. Beim letzten Fall können wir nur Fotos machen für unseren Freund in Berlin, der sich auf untere Extremitäten spezialisiert hat. Eine 20jährige mit augenscheinlich gesunden Zähnen und einem mentalen Abszess, der am Durchbrechen nach extraoral war.

So lernen wir die Einheit und Komi, unseren guten Helfer schnell kennen. Komi kümmert sich um das finanzielle und erklärt den Patienten die Therapieplanung. Wir machen viele Abformungen für Prothesen, so dass auch Frank, der einheimische Techniker gut zu tun hat. Gut, dass er da ist. So müssen wir nicht die Modelle herstellen oder Prothesen basteln. Unser erster Patient ist Schweizer oder eigentlich Italiener. Er lädt uns ein, ihn in Kpalimé zu besuchen, um seine Frau und die 6 Waisenkinder, die sie aufgenommen haben, kennenzulernen.

Wir arbeiten oft von 7:45 Uhr bis es dunkel wird. Erst an den beiden letzten Tagen wird es weniger, so dass wir nachmittags vor der Dämmerung noch etwas unternehmen können. Wir haben 90 Füllungen gemacht, zum Schluss war noch eine Kapsel Amalgam übrig, 110 Zähne gezogen und 12 Ostektomien durchgeführt, Zahnstein entfernt, was hier wirkliche Steinbrucharbeit ist, es muss Zement im Wasser geben, 30 Prothesen eingegliedert und einige ungewöhnliche Behandlungen durchgeführt.

Wir behandeln wieder sehr viele Zähne, die durch Abrasionen am Zahnhals stark beschädigt sind. Immer wieder ist die Pulpa exponiert oder sogar der Zahn frakturiert. Wir fertigen viele Zahnhalsfüllungen an. Die Patienten sind sehr geduldig. Sie warten oft viele Stunden ohne zu murren, selbst wenn wir zur Mittagspause gehen, wünschen sie uns noch guten Appetit. Nach der Behandlung, auch nach schweren Extraktionen, bedanken sich die meisten herzlich und erwähnen in der Regel keine Nachbeschwerden.
Am Wochenende wird das Wetter leider schlechter. In der Woche haben wir uns manchmal über den Regen am Abend oder in der Nacht gefreut, weil es dadurch schön kühl zum Schlafen wurde. Der gigantische Regen und die Gewitter sind auch wirklich ein Erlebnis. Wir fahren nach Kpalimé und besuchen Roberto, Victoria und ihre 6 Waisen. Es ist eine schöne Erfahrung und es gibt tolle Spaghetti, die wir uns allerdings kaum zu essen trauen, da so viele Kinder um uns herum sind, die auch noch essen wollen. Wir besuchen zusammen mit der Familie ein Projekt einer Holländerin, die eine Untersuchungsstation für Kinder in Kpalimé aufgebaut hat. Sie ist eigentlich Französin und pensionierte Kinderärztin, arbeitet seit einem Jahr und macht Reihenuntersuchungen, um Kinder mit Sichelzellanämie aber auch mit anderen Krankheiten zu erkennen. Sie fragt uns, ob wir nicht bei der zahnärztlichen Untersuchung und Prophylaxe Beratung, oder zur entsprechenden Ausbildung ihrer Angestellten zur Seite stehen könnten. Sonntags fahren wir in die Berge und gehen im Restaurant Macumba in Kpalimé sehr gut essen.

Dieter und Elisabeth, diesmal unsere Ablösung, haben wir noch für eine Stunde am Flughafen getroffen, so dass wir ihnen noch einige Informationen für ihren Einsatz in Agou geben konnten.
Nach den anstrengenden 2 Wochen fällt uns die Rückreise schwer. Wir würden gerne noch ein bisschen vom Land sehen. Das nächste Mal müssen wir mit ein paar Tagen Urlaub den Einsatz ausklingenlassen